Optionsprämie
Die Optionsprämie ist der Preis einer Option: der Betrag, den der Käufer im Voraus zahlt und den der Verkäufer behält, egal was danach passiert. Sie ist der höchstmögliche Verlust des Käufers und der höchstmögliche Gewinn des Verkäufers.
Woraus die Prämie besteht
Eine Option gibt dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis, dem Strike, bis zu oder an einem bestimmten Datum zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Die Prämie hat zwei Teile. Der innere Wert ist das, was die Option bei sofortiger Ausübung wert wäre: Ein Call mit Strike 2.000 hat bei einem Ether-Kurs von 2.100 einen inneren Wert von 100. Der Zeitwert ist alles darüber, also der Preis für die Chance, dass sich der Kurs bis zum Verfall weiter zu deinen Gunsten bewegt.
Der Zeitwert hängt vor allem von der Restlaufzeit und der impliziten Volatilität ab, der vom Markt erwarteten Schwankungsbreite. Mehr Zeit und höhere implizite Volatilität bedeuten eine höhere Prämie. Je näher der Verfall rückt, desto mehr schmilzt der Zeitwert ab, der sogenannte Theta-Verfall. Am letzten Tag bleibt nur der innere Wert.
Ein Rechenbeispiel
Angenommen, Ether steht bei 2.000, und du kaufst einen Call mit 30 Tagen Laufzeit und Strike 2.200 für eine Prämie von 80 USDC pro ETH. Du zahlst sofort 80 USDC. Damit du bei Verfall ohne Verlust aussteigst, muss Ether bei 2.280 abgerechnet werden, Strike plus Prämie. Bei 2.400 zahlt die Option 200 aus, ein Gewinn von 120. Bei 2.150 verfällt sie wertlos, und die 80 USDC sind weg.
Der Verkäufer bekommt die 80 USDC sofort. Schließt Ether unter 2.200, behält er alles. Bei 2.500 schuldet er aber 300 und verliert insgesamt 220. Manche Krypto-Optionsbörsen notieren Prämien im Basiswert, etwa 0,04 BTC. Dann schwankt auch der Dollarwert der Prämie mit dem Coin-Kurs.
Wie man mit Prämien Geld verliert
Käufer greifen oft zu billigen Optionen weit aus dem Geld und verlieren die Prämie immer wieder, weil sich der Kurs weit und schnell bewegen müsste. Teuer ist auch, direkt nach einem Crash oder vor einem großen Ereignis zu kaufen: Dann ist die implizite Volatilität hoch, die Prämien sind aufgebläht und können stark fallen, selbst wenn sich der Kurs kaum bewegt.
Verkäufer haben das umgekehrte Problem. Monat für Monat kleine Prämien zu kassieren, fühlt sich wie stetiges Einkommen an, bis eine große Bewegung einen Verlust bringt, der ein Vielfaches der eingenommenen Prämien beträgt. Wer ungedeckte Calls auf einen volatilen Coin verkauft, trägt im Prinzip ein unbegrenztes Risiko.
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Coach ist die KI von AtenaCrypto. Sie erklärt Krypto mit Live-Marktdaten, in einfachen Worten.
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Häufige Fragen
Wer bekommt die Optionsprämie?
Der Verkäufer, auch Stillhalter genannt. Er behält sie unabhängig davon, ob die Option ausgeübt wird, und übernimmt dafür die Verpflichtung.
Kann ich die Prämie zurückbekommen?
Nicht als Erstattung. Du kannst die Option aber vor dem Verfall zur aktuellen Prämie verkaufen, die höher oder niedriger sein kann als dein Einstiegspreis.
Warum sind Prämien bei Krypto-Optionen so hoch?
Kryptokurse schwanken meist stärker als Aktien oder Währungen, daher ist die implizite Volatilität höher. Eine höhere erwartete Volatilität erhöht den Zeitwert der Prämie.
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