Krypto-Glossar

Auslastungsquote

Die Auslastungsquote (Utilization Rate) ist der Anteil der Einlagen eines Lending-Pools, der gerade verliehen ist. Sie bestimmt in den meisten DeFi-Lending-Protokollen die Zinsen und zeigt Verleihern, wie leicht sie wieder abheben können.

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So wird die Auslastung berechnet

In einem Lending-Protokoll zahlen Verleiher einen Vermögenswert wie USDC in einen Pool ein, und Kreditnehmer leihen sich daraus gegen Sicherheiten. Die Auslastung ist die verliehene Summe geteilt durch die eingezahlte Summe. Liegen 10 Millionen USDC im Pool und sind 7 Millionen verliehen, beträgt sie 70 %. Die übrigen 3 Millionen stehen für neue Kredite und für Abhebungen bereit.

Warum sie den Zins bestimmt

Die meisten Protokolle koppeln den Zins über eine Zinskurve an die Auslastung. Ist wenig verliehen, ist Leihen günstig. Mit steigender Auslastung steigt der Kreditzins. Viele Modelle, etwa bei Aave und Compound, haben einen Knick: Oberhalb einer optimalen Auslastung steigen die Zinsen deutlich steiler. So sollen teure Kredite und attraktive Einlagen die Auslastung wieder senken.

Verleiher erhalten ungefähr den Kreditzins mal Auslastung, abzüglich eines Reserve-Faktors, den das Protokoll einbehält. Derselbe Pool zahlt Verleihern also mehr, wenn mehr davon verliehen ist.

Ein Beispiel

Angenommen, ein Pool hat 10.000.000 USDC Einlagen, 8.000.000 sind verliehen, der Kreditzins beträgt 6 % pro Jahr. Kreditnehmer zahlen also rund 480.000 USDC im Jahr. Verteilt auf alle 10.000.000 Einlagen sind das 4,8 %, nach einem Reserve-Faktor von 10 % erhalten Verleiher etwa 4,3 %. Steigen die Kredite auf 9.500.000, liegt die Auslastung bei 95 %, die Kurve kann den Kreditzins stark nach oben treiben, und für Abhebungen bleiben nur 500.000 USDC.

Risiken für Verleiher

Bei oder nahe 100 % Auslastung kannst du nicht abheben, weil das Geld verliehen ist. Du musst warten, bis Kreditnehmer zurückzahlen oder liquidiert werden oder neue Einlagen kommen. Hohe Zinsen lösen das meist schnell, aber in einer Marktpanik oder bei einem Depeg der Sicherheiten kann es länger dauern, und genau dann wollen Verleiher ihr Geld zurück.

Prüfe vor einer Einzahlung die aktuelle und frühere Auslastung, die Form der Zinskurve und wie viel Liquidität im Verhältnis zu deiner Einlage verfügbar ist. Ein sehr hoher Einlagenzins deutet oft auf hohe Auslastung hin, und das ist ebenso ein Liquiditätswarnsignal wie eine Chance.

Frag Coach dazu

Coach ist die KI von AtenaCrypto. Sie erklärt Krypto mit Live-Marktdaten, in einfachen Worten.

Wie verändert sich die Zinskurve eines Lending-Pools, wenn die Auslastung über den Knick steigt?Coach fragen →

Häufige Fragen

Was ist eine gute Auslastungsquote?

Eine einzige richtige Zahl gibt es nicht. Protokolle legen pro Asset eine optimale Auslastung fest, darunter sind die Zinsen stabil, darüber steigen sie steil und Abhebungen können schwieriger werden.

Warum kann ich nicht aus einem Lending-Pool abheben?

Vermutlich liegt die Auslastung bei oder nahe 100 %, fast alle Einlagen sind also verliehen. Geld wird wieder frei, sobald Kreditnehmer zurückzahlen oder neue Verleiher einzahlen.

Warum verdienen Verleiher weniger, als Kreditnehmer zahlen?

Zinsen fallen nur auf den verliehenen Teil an, werden aber auf alle Einlagen verteilt, und das Protokoll behält meist einen Reserve-Faktor als Puffer.

Verwandte Begriffe

LendingLiquidity PoolAPYSicherheitDeFi (Dezentrale Finanzen)Liquidation

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