Taker Buy/Sell Ratio
Die Taker Buy/Sell Ratio teilt das Volumen aggressiver Kauforders durch das Volumen aggressiver Verkaufsorders in einem Zeitraum. Über 1,0 dominieren Käufer, die den Spread überqueren, unter 1,0 aggressive Verkäufer. Sie misst Dringlichkeit, nicht die Zahl der Käufer und Verkäufer.
Maker, Taker und warum jeder Trade beide hat
Im Orderbuch liegen ruhende Limit-Orders von Makern, die darauf warten, dass jemand mit ihnen handelt. Ein Taker kommt mit einer Market-Order oder einer sofort ausführbaren Limit-Order und nimmt diese Liquidität. Jeder Trade hat einen Maker und einen Taker, gekauft und verkauft wird also immer gleich viel.
Der Unterschied liegt darin, wer es eilig hatte. Hat der Taker gekauft, wurde der Briefkurs (Ask) genommen, und das zählt als Taker-Kaufvolumen. Hat er in den Geldkurs (Bid) verkauft, zählt es als Taker-Verkaufsvolumen. Die Ratio vergleicht beides und wird meist für Perpetual Futures veröffentlicht, wo ein großer Teil des kurzfristigen Kryptohandels stattfindet.
Ein Rechenbeispiel
Angenommen, in einer Stunde haben Taker bei einem Bitcoin-Perpetual Kontrakte über 6.000 BTC gekauft und über 4.000 BTC verkauft. Die Taker Buy/Sell Ratio beträgt 6.000 geteilt durch 4.000, also 1,5. Marktteilnehmer haben deutlich mehr über den Spread gekauft als verkauft, was meist heißt, dass der Kurs in dieser Stunde nach oben gedrückt wurde.
Zeigt die nächste Stunde 3.000 gekauft und 5.000 verkauft, fällt die Ratio auf 0,6, und aggressives Verkaufen hat übernommen.
Wie Trader sie lesen
Ein Wert um 1,0 bedeutet Gleichgewicht. Bleibt er dauerhaft darüber oder darunter, zeigt das einseitige Aggressivität. Trader vergleichen ihn oft mit dem Kurs: Starkes Taker-Kaufen bei kaum steigendem Kurs kann heißen, dass große passive Verkäufer die Nachfrage aufnehmen. Eine Serie extremer Werte kann auch auf Erschöpfung hindeuten, wenn die meisten Eiligen schon gehandelt haben.
Oft wird die Ratio zusammen mit dem Open Interest gelesen, der Zahl offener Kontrakte. Starkes Taker-Kaufen bei steigendem Open Interest spricht für neue Longs, bei fallendem Open Interest eher für Shorts, die ihre Positionen schließen.
Denkfehler und wie man Geld verliert
Zwangsliquidationen laufen als Market-Orders. Eine Liquidationskaskade erscheint daher als Schub von Taker-Volumen, der Margin Calls widerspiegelt und keine neue Überzeugung. Jede Börse meldet ihre eigene Zahl, und ein Handelsplatz bildet nicht unbedingt den ganzen Markt ab. Wash Trading auf weniger regulierten Plattformen kann das Volumen völlig verzerren.
Die Ratio beschreibt den kurzfristigen Orderfluss. Geld verliert, wer einen einzelnen Ausschlag als Signal nimmt, mit Hebel einsteigt und dann merkt, dass die Aggressivität schon eingepreist war.
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Coach ist die KI von AtenaCrypto. Sie erklärt Krypto mit Live-Marktdaten, in einfachen Worten.
Wie kombiniere ich die Taker Buy/Sell Ratio mit dem Open Interest, um zu verstehen, wer eine Bewegung antreibt?Coach fragen →
Häufige Fragen
Was bedeutet eine Taker Buy/Sell Ratio über 1?
In diesem Zeitraum wurde mehr Volumen von aggressiven Käufern mit Market-Orders gehandelt als von aggressiven Verkäufern. Es heißt nicht, dass es insgesamt mehr Käufer als Verkäufer gab.
Ist die Taker Buy/Sell Ratio dasselbe wie die Long/Short Ratio?
Nein. Die Long/Short Ratio vergleicht Konten oder Positionen, die long oder short sind. Die Taker Ratio misst, wer in einem Zeitfenster die Trades ausgelöst hat.
Auf welchem Zeitrahmen sollte man die Ratio lesen?
Üblich sind Intervalle von fünf Minuten bis zu einem Tag. Kurze Intervalle sind verrauscht, längere glätten Ausschläge wie Liquidationskaskaden.
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