Liquidationsschwelle
Die Liquidationsschwelle ist das Verhältnis von Schulden zu Sicherheiten, ab dem ein Kredit liquidiert werden darf, weil die Sicherheiten ihn nicht mehr sicher decken. Überschreitest du diese Grenze, kann jeder einen Teil deiner Schulden tilgen und dafür Sicherheiten mit Abschlag übernehmen.
Schwelle und maximaler Beleihungswert
Lending-Protokolle legen pro Sicherheit zwei Grenzen fest. Der maximale Beleihungswert (Max-LTV, Loan-to-Value) bestimmt, wie viel du beim Eröffnen oder Aufstocken eines Kredits leihen darfst. Die Liquidationsschwelle liegt höher und markiert den Punkt, ab dem die Position liquidiert werden kann. Der Abstand dazwischen ist dein Sicherheitspuffer.
Volatile Assets bekommen niedrigere Schwellen als stabile, weil ihr Wert schneller fallen kann, bevor eine Liquidation abgeschlossen ist. Die Preise kommen von Oracles. Maßgeblich ist also der Oracle-Preis, nicht der Kurs auf deiner Lieblingsbörse.
Die Rolle des Health Factors
Protokolle wie Aave fassen eine Position im Health Factor zusammen: Wert der Sicherheiten mal Liquidationsschwelle, geteilt durch die Schulden. Über 1 ist der Kredit sicher, bei 1 oder darunter kann er liquidiert werden. Ein Liquidator tilgt dann einen Teil der Schulden und erhält Sicherheiten, die mehr wert sind als sein Einsatz. Die Differenz ist ein Liquidationsbonus, der aus deinen Sicherheiten bezahlt wird.
Ein Rechenbeispiel
Angenommen, du hinterlegst 10 ETH zu je 2.000 Dollar, also 20.000 Dollar, und leihst dir 12.000 USDC. Max-LTV sei 75 %, die Liquidationsschwelle 80 %. Du hättest bis zu 15.000 leihen können, dein Health Factor beträgt 20.000 mal 0,8 geteilt durch 12.000, also etwa 1,33. Die Liquidation beginnt, wenn 80 % deiner Sicherheiten deinen Schulden entsprechen, also bei einem Sicherheitenwert von 15.000 Dollar oder einem ETH-Kurs von 1.500 Dollar. Ein Rückgang um 25 % reicht. Bei 5 % Bonus würde ein Liquidator, der 6.000 USDC tilgt, rund 6.300 Dollar deiner ETH übernehmen.
Wie Liquidationen passieren und wie du sie vermeidest
Die meisten Liquidationen entstehen, weil jemand nah am Maximum leiht und die Position bei einem scharfen Rückgang nicht beobachtet. Plötzliche Crashs können Kaskaden auslösen, bei denen Liquidationen die Kurse weiter drücken und neue Liquidationen auslösen. Auch Zinsen laufen auf deine Schulden auf und schieben dich langsam Richtung Schwelle.
Halte einen großen Abstand, lege vorher fest, bei welchem Health Factor du tilgst oder Sicherheiten nachschießt, und prüfe die Parameter des Protokolls für dein konkretes Asset. Sie unterscheiden sich und können per Governance geändert werden.
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Coach ist die KI von AtenaCrypto. Sie erklärt Krypto mit Live-Marktdaten, in einfachen Worten.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen LTV und Liquidationsschwelle?
LTV ist dein aktuelles Verhältnis von Schulden zu Sicherheiten, der Max-LTV begrenzt, wie viel du leihen darfst. Die Liquidationsschwelle ist das höhere Verhältnis, ab dem der Kredit liquidiert werden kann.
Verliere ich alle Sicherheiten, wenn ich die Schwelle überschreite?
Meist nicht. Viele Protokolle liquidieren jeweils nur einen Teil der Position, auf diesen Teil verlierst du aber den Liquidationsbonus, und bei einem schnellen Crash können mehrere Runden folgen.
Kann sich die Liquidationsschwelle ändern?
Ja. Governance oder Risikomanager können die Parameter eines Assets anpassen, wodurch bestehende Positionen näher an die Liquidation rücken können.
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