Liquid Staking Token
Ein Liquid Staking Token (LST) ist ein handelbarer Token, den du beim Staken über ein Liquid-Staking-Protokoll erhältst. Er steht für einen Anspruch auf deine gestakten Coins samt Belohnungen, sodass du ein nutzbares Asset behältst, während das Original gestakt bleibt.
So funktioniert ein LST
In Proof-of-Stake-Netzwerken sichern gestakte Coins die Chain und bringen Belohnungen, sind aber gesperrt oder nur langsam abhebbar. Ein Liquid-Staking-Protokoll bündelt Einlagen, stakt sie über Validatoren und gibt dafür einen LST aus. Bekannte Beispiele auf Ethereum sind stETH von Lido und rETH von Rocket Pool.
Weil der LST ein ganz normaler Token ist, kannst du ihn halten, handeln oder in DeFi nutzen, etwa als Sicherheit für einen Kredit, während der zugrunde liegende Stake weiter Erträge bringt.
Zwei Arten, wie Belohnungen sichtbar werden
Rebasing-LSTs wie stETH erhöhen die Anzahl der Token in deiner Wallet, sobald Belohnungen anfallen, dein Saldo wächst also täglich. Wertsteigernde LSTs wie rETH oder wstETH lassen die Token-Anzahl gleich, dafür lässt sich jeder Token mit der Zeit gegen mehr vom zugrunde liegenden Coin einlösen. Beide bilden dieselben Belohnungen ab, verhalten sich in DeFi-Anwendungen aber unterschiedlich und werden steuerlich womöglich anders behandelt.
Ein Beispiel
Angenommen, du stakst 10 ETH und erhältst rund 10 Einheiten eines Rebasing-LST. Ein Jahr später zeigt dein Saldo bei hypothetischen 3 % Staking-Belohnung etwa 10,3 Einheiten, abzüglich der Protokollgebühr. Mit einem wertsteigernden LST hättest du weiter gleich viele Token, jeder wäre aber etwa 3 % mehr ETH wert als zuvor.
Risiken, die du kennen solltest
Ein LST wird am Markt gehandelt, sein Kurs kann also unter den Wert des zugrunde liegenden Stakes rutschen, besonders wenn viele gleichzeitig aussteigen wollen. Im Juni 2022, als Ethereum noch keine Abhebungen erlaubte, notierte stETH im Umfeld der Krisen um Celsius und Three Arrows Capital spürbar unter ETH.
Dazu kommen Smart-Contract-Risiko, das Risiko von Validator-Strafen (Slashing) und die Abhängigkeit von Governance und Betreibern des Protokolls. Wer einen LST als Kreditsicherheit nutzt, trägt zusätzlich Liquidationsrisiko, falls sein Kurs fällt. Und sehr große Liquid-Staking-Anbieter werfen Fragen zur Konzentration des Stakes in einem Netzwerk auf.
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Coach ist die KI von AtenaCrypto. Sie erklärt Krypto mit Live-Marktdaten, in einfachen Worten.
Worin unterscheiden sich Rebasing- und wertsteigernde Liquid Staking Token in der Praxis, wenn ich sie in DeFi nutze?Coach fragen →
Häufige Fragen
Ist ein LST dasselbe wie der gestakte Coin?
Nein. Er ist ein von einem Protokoll ausgegebener Anspruch auf diesen Coin plus Belohnungen. Sein Wert hängt davon ab, dass das Protokoll korrekt funktioniert, und von der Marktnachfrage.
Bekomme ich meine ursprünglichen Coins zurück?
Meist ja, entweder durch Einlösen beim Protokoll, oft mit Warteschlange, oder durch Verkauf des LST am Markt.
Was ist der Unterschied zwischen Liquid Staking und einem LST?
Liquid Staking ist der Vorgang, der LST ist der Token, den du dafür erhältst und der deine gestakte Position abbildet.
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