Krypto-Glossar

Bankrottpreis

Der Bankrottpreis ist der Kurs, bei dem die Verluste einer gehebelten Position genau der hinterlegten Margin entsprechen, ihr Wert für dich also null ist. Börsen liquidieren schon vorher, beim Liquidationspreis, um einen kleinen Puffer zu behalten.

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Bankrottpreis und Liquidationspreis

Jede gehebelte Position an einer Derivatebörse hat auf der Verlustseite zwei wichtige Kurse. Der Bankrottpreis ist der rechnerische Endpunkt: Einen Tick weiter würde die Position mehr schulden, als an Sicherheit vorhanden ist. Der Liquidationspreis liegt kurz davor, getrennt durch die Maintenance Margin, den Mindestpuffer, den die Börse verlangt.

Diesen Puffer gibt es, weil eine Liquidation als Market-Order läuft und nicht unbedingt exakt zum Auslösekurs ausgeführt wird. Wird die Position irgendwo zwischen Liquidationspreis und Bankrottpreis geschlossen, deckt noch deine eigene Margin den Verlust und nicht die Börse oder andere Trader.

So schätzt du ihn ab

Ohne Gebühren und Funding liegt der Bankrottpreis eines Longs mit Isolated Margin ungefähr beim Einstiegskurs mal (1 minus 1 geteilt durch den Hebel). Bei einem Short ist es der Einstiegskurs mal (1 plus 1 geteilt durch den Hebel). Bei 10x deckt die Margin eine Bewegung von 10 %, bei 50x nur noch 2 %.

Angenommen, du eröffnest bei 2.000 einen 5x-Long auf Ether mit 400 USDC Margin, also eine Position von 1 ETH. Ein Fall um 20 % auf 1.600 kostet genau 400 USDC, 1.600 ist also der Bankrottpreis. Der Liquidationspreis liegt je nach Maintenance Margin der Börse etwas höher, vielleicht bei rund 1.610. Gebühren und Funding-Zahlungen, die von der Margin abgehen, rücken beide Kurse näher an deinen Einstieg.

Was nach einer Liquidation passiert

Schließt die Liquidations-Engine deinen Long zum Beispiel bei 1.605, geht der kleine Margin-Rest bis zum Bankrottpreis von 1.600 meist an den Versicherungsfonds der Börse und nicht an dich zurück. Füllt ein schneller Absturz die Order unter 1.600, entsteht ein Fehlbetrag, den der Versicherungsfonds ausgleicht.

Reicht der Fonds nicht aus, nutzen viele Börsen Auto-Deleveraging (ADL): Bei profitablen Tradern auf der Gegenseite wird ein Teil der Position zum Bankrottpreis gegen die insolvente Position geschlossen. So kann auch jemand, der richtig lag, einen Gewinntrade unfreiwillig verkürzt bekommen.

Häufige Missverständnisse

Viele halten den Bankrottpreis für den Punkt, an dem ihr Geld weg ist. Tatsächlich ist der Verlust schon beim Liquidationspreis praktisch vollständig, und der kommt zuerst. Ein weiterer Fehler ist, die Formel oben für exakt zu halten: Gestaffelte Maintenance Margins bei großen Positionen, Gebühren, Funding und Cross-Margin-Guthaben verändern den echten Wert. Maßgeblich ist die Zahl, die die Börse anzeigt.

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Coach ist die KI von AtenaCrypto. Sie erklärt Krypto mit Live-Marktdaten, in einfachen Worten.

Wie berechnen Börsen den Bankrottpreis bei Isolated und Cross Margin unterschiedlich?Coach fragen →

Häufige Fragen

Ist der Bankrottpreis dasselbe wie der Liquidationspreis?

Nein. Beim Bankrottpreis ist die Margin vollständig aufgebraucht. Der Liquidationspreis kommt etwas früher, damit die Börse die Position schließen kann, solange noch ein Puffer übrig ist.

Bekomme ich etwas zurück, wenn ich vor dem Bankrottpreis liquidiert werde?

Meist nicht. Bei vielen Börsen fließt die Margin zwischen Ausführungskurs und Bankrottpreis in den Versicherungsfonds, die genauen Regeln unterscheiden sich aber je nach Plattform.

Warum rückt der Bankrottpreis bei höherem Hebel näher?

Der Hebel verkleinert die Margin im Verhältnis zur Position. Die Margin deckt etwa 1 geteilt durch den Hebel ab, bei 20x also nur eine Bewegung von 5 %.

Verwandte Begriffe

LiquidationspreisVersicherungsfondsAuto-DeleveragingInitial MarginMaintenance MarginLeverage

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