Exchange Inflow
Exchange Inflow ist die Menge eines Coins, die in einem bestimmten Zeitraum auf bekannte Börsenadressen eingezahlt wird. Weil Coins meist auf eine Börse geschickt werden, um sie zu handeln, gelten steigende Zuflüsse oft als möglicher Hinweis auf Verkaufsinteresse.
Wie Exchange Inflow gemessen wird
Börsen kontrollieren viele Blockchain-Adressen: Einzahlungsadressen für jeden Kunden, Hot Wallets und Cold Wallets. Analysefirmen identifizieren diese Adressen anhand bekannter Muster, öffentlicher Angaben und Transaktions-Clustering und summieren die Coins, die von außerhalb der Börse dort ankommen.
Transfers zwischen den eigenen Wallets einer Börse werden normalerweise herausgefiltert, weil sie interne Umbuchungen und keine neuen Einzahlungen sind. Wie gut das gelingt, hängt vom Anbieter ab.
Warum Analysten darauf achten
Um Coins aus der Selbstverwahrung auf einer zentralen Börse zu verkaufen, musst du sie erst einzahlen. Ein plötzlicher Anstieg der Zuflüsse, besonders von großen Haltern oder lange ruhenden Wallets, kann also bedeuten, dass bald mehr Angebot in die Orderbücher kommt.
Zuflüsse von Stablecoins werden anders gelesen: Sie können auf Geld hindeuten, das ankommt und für Käufe anderer Assets genutzt werden könnte.
Ein Beispiel
Angenommen, bei einem Coin werden normalerweise etwa 5.000 Einheiten pro Tag auf Börsen eingezahlt. An einem Tag kommen 40.000 an, ein Großteil davon aus wenigen Wallets, die sich seit Jahren nicht bewegt hatten. Analysten würden das als ungewöhnlich markieren. In den folgenden Tagen könnte es starke Verkäufe geben, oder gar nichts, wenn die Coins als Sicherheit, zum Verleihen oder zur Verwahrung eingezahlt wurden.
Grenzen und Fehldeutungen
Eine Einzahlung ist kein Verkauf. Coins können aus vielen Gründen auf eine Börse geschickt werden, und die Kennzahl sieht nicht, was danach in den Büchern der Börse passiert. Sie hängt auch davon ab, wie vollständig die Liste der Börsenadressen des Anbieters ist; neue oder weniger bekannte Börsen können fehlen.
Exchange Inflow ist am aussagekräftigsten im Vergleich mit der eigenen Historie und zusammen mit Abflüssen und Kurs, nicht als alleiniges Handelssignal.
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Häufige Fragen
Sind hohe Exchange Inflows bearish?
Oft werden sie so gedeutet, weil eingezahlte Coins verkauft werden können. Einzahlungen können aber auch als Sicherheit, zum Verleihen oder zur Verwahrung dienen und beweisen keinen Verkauf.
Woher wissen Analysten, welche Adressen Börsen gehören?
Durch Clustering-Verfahren, öffentliche Angaben wie Proof-of-Reserves-Listen und beobachtete Einzahlungsmuster. Die Zuordnungen sind Schätzungen und können unvollständig sein.
Was ist der Unterschied zwischen Exchange Inflow und Netflow?
Inflow zählt nur Coins, die auf Börsen ankommen. Netflow zieht die Abflüsse von den Zuflüssen ab und zeigt, ob die Börsenbestände insgesamt gestiegen oder gesunken sind.
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