Krypto-Glossar

Börsenbestand

Der Börsenbestand (Exchange Balance) ist die Menge einer Kryptowährung, die auf Adressen liegt, die bekanntermaßen Börsen gehören. Analysten beobachten ihn, weil Coins auf einer Börse schnell verkauft werden können, Coins in privaten Wallets dagegen meist nicht sofort.

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Wie die Zahl geschätzt wird

Börsen veröffentlichen keine vollständige Liste aller Adressen, die sie kontrollieren. On-Chain-Datenanbieter erstellen sie deshalb selbst. Sie beginnen mit Adressen, die sie bestätigen können, etwa durch Testeinzahlungen, und nutzen dann Clustering-Heuristiken: Werden mehrere Adressen in einer Transaktion gemeinsam als Inputs ausgegeben, gehören sie wahrscheinlich derselben Partei. Die Summe aller als Börse markierten Adressen ergibt den Börsenbestand.

Eng verwandt sind die Börsenflüsse. Zuflüsse erhöhen den Bestand, Abflüsse senken ihn, und der Nettofluss über einen Zeitraum entspricht der Veränderung des Bestands.

Wie Analysten ihn lesen

Ein sinkender Börsenbestand wird meist so gedeutet, dass Halter ihre Coins in Self-Custody oder langfristige Verwahrung verschieben. Damit sinkt das sofort verkaufbare Angebot. Ein steigender Bestand gilt als Hinweis, dass Coins für Verkäufe bereitgelegt oder als Sicherheit für den Handel genutzt werden. Der Trend über Wochen und Monate zählt dabei mehr als ein einzelner Tag.

Ein Beispiel

Angenommen, die erfassten Börsen halten zu Quartalsbeginn 2.000.000 Coins eines Tokens und am Quartalsende 1.800.000. Das ist ein Rückgang um 10 %, netto wurden 200.000 Coins abgezogen. Für sich genommen heißt das nur, dass Coins markierte Adressen verlassen haben, nicht wer sie genommen hat oder warum. Hat eine Börse im selben Zeitraum Mittel auf neue Wallets verschoben, die die Datenanbieter noch nicht erkannt haben, kann ein Teil des Rückgangs schlicht eine Lücke in der Zuordnung sein.

Grenzen und blinde Flecken

Datenanbieter markieren Adressen unterschiedlich, deshalb können ihre Zahlen zum Börsenbestand stark voneinander abweichen. Coins, die Verwahrer für börsengehandelte Fonds, OTC-Desks oder nicht identifizierte Cold Wallets von Börsen halten, werden womöglich nicht mitgezählt. Zudem verbuchen Börsen viele Trades intern: Kauf und Verkauf zwischen Kunden ändern den On-Chain-Bestand überhaupt nicht.

Bewegungen können auch rein betrieblich sein. Rotiert eine Börse ihre Schlüssel, führt sie Wallets zusammen oder verschiebt Reserven zwischen Chains, entstehen große Ausschläge ohne Marktbedeutung. Lies den Börsenbestand als einen Baustein neben Kurs, Volumen und Derivatedaten, nicht als Prognose.

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Coach ist die KI von AtenaCrypto. Sie erklärt Krypto mit Live-Marktdaten, in einfachen Worten.

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Häufige Fragen

Ist ein sinkender Börsenbestand bullisch?

Er wird oft so gedeutet, dass weniger Coins sofort verkaufbar sind, ist allein aber kein Kurssignal. Abflüsse können auch Umschichtungen von Verwahrern oder Wechsel zu anderen Plattformen sein.

Warum zeigen verschiedene Websites unterschiedliche Börsenbestände?

Jeder Anbieter pflegt eine eigene Liste markierter Börsenadressen und eigene Clustering-Methoden. Abdeckung und Ergebnisse unterscheiden sich daher.

Ändern Trades auf einer Börse ihren On-Chain-Bestand?

Meist nicht. Trades zwischen Kunden werden in der internen Datenbank der Börse verbucht. Nur Ein- und Auszahlungen bewegen Coins on-chain.

Verwandte Begriffe

Exchange InflowExchange OutflowExchange NetflowOn-Chain-AnalyseSelbstverwahrungCEX (Zentralisierte Börse)

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