Krypto-Glossar

Emissionsplan

Ein Emissionsplan ist die geplante Rate, mit der neue Token im Zeitverlauf geschaffen und ausgegeben werden, etwa als Mining-Belohnung, Staking-Reward oder Liquiditätsanreiz. Er bestimmt, wie schnell das Angebot wächst und wer die neuen Token bekommt.

Read in English

Emission oder Vesting

Vesting gibt Token frei, die schon existieren, aber gesperrt sind. Emissionen schaffen oder verteilen neue Token als Bezahlung für etwas: die Absicherung des Netzwerks, bereitgestellte Liquidität oder die Nutzung eines Protokolls. Beides erhöht das handelbare Angebot, aber Emissionen gehen meist an alle, die die belohnte Tätigkeit ausüben, und nicht an eine feste Liste von Insidern.

Emissionen sind normalerweise im Code des Protokolls festgelegt. Manche lassen sich nur per Fork ändern, andere per Governance-Abstimmung anpassen.

Verbreitete Emissionsmodelle

Bitcoin ist das klassische Beispiel für einen festen Plan. Miner erhielten anfangs 50 BTC pro Block, und die Belohnung halbiert sich alle 210.000 Blöcke, also etwa alle vier Jahre. Das Halving im April 2024 senkte sie auf 3,125 BTC, das Gesamtangebot nähert sich 21 Millionen.

Ethereum hat keine feste Obergrenze. Validatoren erhalten neue ETH als Staking-Rewards, deren Menge davon abhängt, wie viel ETH gestakt ist. Seit dem London-Upgrade im August 2021 wird ein Teil jeder Transaktionsgebühr verbrannt, sodass das Nettoangebot je nach Netzwerkaktivität steigen oder sinken kann. Viele DeFi-Token setzen dagegen auf Liquidity Mining: Eine feste Zahl Token pro Tag geht an Nutzer und wird oft schrittweise reduziert.

Ein Beispiel für Verwässerung

Angenommen, ein Protokoll hat 100.000.000 Token im Umlauf und gibt täglich 50.000 als Farming-Rewards aus. Das sind rund 18.250.000 Token im Jahr, also 18 % mehr Angebot. Hältst du 1.000 Token und verdienst keine Rewards, sinkt dein Anteil am Netzwerk in diesem Jahr um etwa 15 %, obwohl deine Tokenzahl gleich bleibt.

Worauf du achten solltest

Finde heraus, wie hoch die jährliche Emission im Verhältnis zum Umlaufangebot ist, wie sie sich über die Zeit verändert und ob es eine Obergrenze gibt. Prüfe, wer die Emissionen erhält und ob diese Empfänger eher verkaufen: Farmer, die nur für Liquidität bezahlt werden, verkaufen ihre Rewards oft schnell.

Eine hohe Rendite, die vor allem aus Emissionen stammt, ist kein echter Ertrag. Kommt sie aus neuen Token statt aus Gebühren echter Nutzer, wird sie durch Verwässerung bezahlt und kann verschwinden, sobald Emissionen sinken oder der Tokenkurs fällt.

Frag Coach dazu

Coach ist die KI von AtenaCrypto. Sie erklärt Krypto mit Live-Marktdaten, in einfachen Worten.

Wie erkenne ich, ob die Rewards eines Protokolls aus echten Gebühren oder aus Token-Emissionen stammen?Coach fragen →

Häufige Fragen

Ist ein Emissionsplan dasselbe wie Inflation?

Er ist die Quelle der Angebotsinflation eines Tokens. Der Emissionsplan sagt, wie viele neue Token entstehen, die Inflationsrate drückt das als Prozentsatz des bestehenden Angebots aus, oft abzüglich verbrannter Token.

Kann ein Emissionsplan geändert werden?

Das hängt vom Protokoll ab. Bei Bitcoin bräuchte eine Änderung breiten Konsens, viele DeFi-Token können Emissionen dagegen per Governance-Abstimmung anpassen.

Warum zahlen Projekte überhaupt Emissionen?

Um Arbeit zu belohnen, die das Netzwerk braucht, etwa die Absicherung der Chain oder Liquidität, und um Token breit zu verteilen. Der Preis dafür ist die Verwässerung der Halter, die keine Rewards bekommen.

Verwandte Begriffe

BlockbelohnungBitcoin-HalvingInflationMaximale MengeBurningStaking

Lektionen zu diesem Thema

Schritt für Schritt lernen

AC Learning erklärt diese Themen in interaktiven Lektionen — die ersten acht Kapitel sind kostenlos.

AC Learning öffnen → Kostenloses Konto erstellen

Alle Glossar-Begriffe · Nur zu Bildungszwecken — keine Anlage-, Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.