Adressmanipulation
Adressmanipulation ist jeder Angriff, bei dem die Adresse, an die du Krypto senden willst, heimlich durch eine Adresse des Angreifers ersetzt wird. Da Krypto-Überweisungen endgültig sind, ist das Geld bei einer vertauschten Adresse meist verloren.
Warum Adressen ein leichtes Ziel sind
Krypto-Adressen sind lange Folgen aus Buchstaben und Zahlen, die sich niemand merkt. Die meisten kopieren und fügen sie ein und schauen nur auf die ersten und letzten Zeichen. Genau diese Gewohnheit nutzen Angreifer aus. Sie müssen keine Kryptografie knacken, sondern nur dafür sorgen, dass du die falsche Adresse einfügst oder auswählst.
Die wichtigsten Formen
Clipboard-Hijacking ist Schadsoftware auf deinem Computer oder Handy, die überwacht, was du kopierst. Erkennt sie eine Krypto-Adresse, tauscht sie diese unbemerkt gegen die des Angreifers. Du kopierst die richtige Adresse und fügst die falsche ein.
Address Poisoning, auf Deutsch etwa Adressvergiftung, funktioniert ohne Schadsoftware. Der Angreifer erzeugt eine Adresse, deren erste und letzte Zeichen mit einer Adresse übereinstimmen, die du oft nutzt. Dann schickt er von ihr eine Null- oder Kleinstüberweisung, damit sie in deinem Verlauf auftaucht. Kopierst du beim nächsten Mal eine Adresse aus dem Verlauf, erwischst du womöglich die falsche. Im Mai 2024 verlor ein Opfer auf diese Weise 1.155 WBTC; der Angreifer gab später den Großteil zurück, was selten vorkommt.
Weitere Formen sind manipulierte QR-Codes, geänderte Zahlungsdaten in gehackten E-Mails oder Rechnungen und kompromittierte Websites mit falscher Einzahlungsadresse.
Ein Beispiel
Angenommen, du schickst regelmäßig USDT an deine Einzahlungsadresse bei einer Börse, die mit 0x7a3F beginnt und auf 9c21 endet. Nach deiner letzten Überweisung erscheint eine Transaktion über 0 USDT von einer Adresse, die ebenfalls mit 0x7a3F beginnt und auf 9c21 endet, in der Mitte aber anders ist. Eine Woche später kopierst du die Adresse aus dem Verlauf, um 8.000 USDT zu senden. Erwischst du den vergifteten Eintrag, gehen die 8.000 USDT an den Angreifer.
So schützt du dich
Kopiere nie Adressen aus deinem Transaktionsverlauf. Speichere vertrauenswürdige Adressen im Adressbuch deines Wallets oder kopiere sie frisch von der Quelle, etwa der Einzahlungsseite deiner Börse. Vergleiche nach dem Einfügen die ganze Adresse oder zumindest längere Abschnitte am Anfang, in der Mitte und am Ende. Prüfe bei einem Hardware Wallet die Adresse auf dem Display des Geräts, nicht nur am Computer. Sende vor großen Beträgen eine kleine Testtransaktion und halte deine Geräte frei von Raubkopien und unbekannten Browser-Erweiterungen, über die Clipboard-Malware oft kommt.
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Coach ist die KI von AtenaCrypto. Sie erklärt Krypto mit Live-Marktdaten, in einfachen Worten.
Wie richte ich mein Wallet so ein, dass mich Address Poisoning und Clipboard-Tricks nicht erwischen?Coach fragen →
Häufige Fragen
Lässt sich eine Überweisung an eine manipulierte Adresse rückgängig machen?
In der Regel nicht. Blockchain-Überweisungen sind endgültig. Nur der Besitzer der Empfangsadresse kann das Geld zurückschicken, und Angreifer tun das fast nie.
Was tun, wenn vergiftete Transaktionen in meinem Verlauf stehen?
On-chain musst du nichts tun, die Überweisung selbst gefährdet dein Guthaben nicht. Kopiere nur nie Adressen aus diesem Verlauf und blende die Spam-Einträge aus, wenn dein Wallet das kann.
Reicht es, die ersten und letzten Zeichen zu prüfen?
Nein. Beim Address Poisoning werden Adressen erzeugt, die genau diese Zeichen treffen. Prüfe auch die Mitte oder verlass dich auf einen gespeicherten Adressbuch-Eintrag.
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