Inflation bedeutet, dass die Kaufkraft des Geldes im Laufe der Zeit sinkt — dieselbe Menge Geld kauft weniger. Sie entsteht meist durch zu viel Geld im Verhältnis zu verfügbaren Gütern.
Inflation ist der Anstieg des allgemeinen Preisniveaus über Zeit. Wenn heute ein Korb Lebensmittel 100 Euro kostet und nächstes Jahr 105 Euro, beträgt die Inflationsrate 5%. Das klingt harmlos, aber über Jahrzehnte hinweg bedeutet es: Das Geld, das du heute sparst, verliert real an Wert. Moderate Inflation (ca. 2%) gilt als Zeichen einer gesunden Wirtschaft — zu viel oder zu wenig ist problematisch.
Inflation entsteht aus verschiedenen Quellen: Nachfragesoginflation (zu viel Geld jagt zu wenige Güter), Angebotsschiebinflation (steigende Produktionskosten werden weitergegeben), und Geldmengeninflation (Zentralbanken schöpfen zu viel Geld). Die Gleichung ist einfach: Wenn die Geldmenge schneller wächst als die Produktion von Gütern und Dienstleistungen, steigen Preise.
Hyperinflation ist Inflation außer Kontrolle — typischerweise mehr als 50% pro Monat. Die Weimarer Republik 1923 ist das berühmteste Beispiel: Im November 1923 kostete ein Brot 200 Milliarden Mark. Simbabwe 2008 erlebte eine Inflationsrate von 79,6 Milliarden Prozent pro Monat. In solchen Situationen verliert Geld so schnell an Wert, dass Menschen lieber Güter horten als Währung halten.
Deflation ist das Gegenteil: fallende Preise. Das klingt gut, ist aber wirtschaftlich gefährlich. Wenn Preise fallen, warten Konsumenten mit Käufen (morgen ist es billiger), Unternehmen verkaufen weniger, entlassen Mitarbeiter, die dann noch weniger kaufen — eine Deflationsspirale. Japan kämpfte in den 1990ern und 2000ern jahrelang gegen Deflation. Deshalb haben Zentralbanken ein Inflationsziel von ca. 2%, nicht null.
Bitcoin hat ein festes Angebot von maximal 21 Millionen Einheiten. Es kann nicht "inflationiert" werden — kein Algorithmus, keine Regierung kann die Geldmenge erhöhen. Das macht Bitcoin in den Augen vieler zu einem "hard asset" ähnlich wie Gold — ein Schutz gegen die Entwertung von Fiat-Geld durch Inflation. Diese Eigenschaft ist einer der Hauptgründe für institutionelle Bitcoin-Investitionen.
In Deutschland von 1918 bis 1923 erlebten Menschen, wie ihre Ersparnisse buchstäblich wertlos wurden. Ein Arbeiter erhielt seinen Lohn in Schubkarren voller Geldscheine — und rannte sofort zum Markt, bevor der Wert wieder fiel. Unternehmen zahlten zweimal täglich Löhne. Geld, das man am Morgen hatte, konnte am Abend nur noch ein Zehntel wert sein. Diese traumatische Erfahrung prägt Deutschland bis heute — und erklärt die besondere Inflation-Sensitivität der deutschen Geldpolitik.