Fiat-gedeckte Stablecoins wie USDT und USDC halten für jeden Token 1 USD (oder andere Fiat-Währung) in Reserve. Sie sind der einfachste Typ — aber erfordern Vertrauen in einen zentralen Emittenten.
Das Prinzip ist einfach: Ein Unternehmen nimmt 1 Dollar ein und gibt 1 Stablecoin-Token heraus. Gibt jemand den Token zurück, bekommt er 1 Dollar. Die Sicherheit: Für jeden im Umlauf befindlichen Token liegt 1 Dollar (oder äquivalente liquide Assets) in Reserve. Das erfordert vollständiges Vertrauen in das emittierende Unternehmen — dass es wirklich die Reserven hält, die es behauptet.
Tether (USDT) ist der älteste und größte Stablecoin, lanciert 2014. Er war jahrelang von Kontroversen umgeben: 2019 gab Tether zu, dass USDT nicht zu 100% durch Dollar gedeckt war. Die New York AG untersuchte Tether wegen manipulativer Praktiken. Tether zahlte 18,5 Millionen Dollar Strafe. Trotzdem blieb USDT der dominierende Stablecoin — ein Zeichen, wie stark Netzwerkeffekte in Krypto sind.
USDC (USD Coin) wird von Circle ausgegeben, einer US-amerikanischen Fintech-Firma. Circle veröffentlicht monatliche Attestierungen über seine Reserven durch renommierte Wirtschaftsprüfer. USDC gilt als transparenter und regulierungskonformer als USDT. BlackRock verwaltet einen Teil der USDC-Reserven in US-Staatsanleihen. USDC ist offiziell von US-Regulatoren anerkannt und arbeitet aktiv mit Behörden zusammen.
Das Hauptrisiko fiat-gedeckter Stablecoins: Du vertraust dem Emittenten. Was wenn Circle oder Tether pleitegeht? Was wenn die Reserve-Bank kollabiert? Das passierte fast: Im März 2023 hatte Circle 3,3 Milliarden Dollar bei der Silicon Valley Bank. Als die SVB kollabierte, verlor USDC kurzzeitig seinen 1:1 Peg und fiel auf 0,87 Dollar. Die FDIC-Einlagenversicherung und eine schnelle Rettung verhinderten das Schlimmste.
Fiat-gedeckte Stablecoins stehen im Zentrum regulatorischer Debatte weltweit. Die EU hat mit MiCA (Markets in Crypto Assets) Regeln für Stablecoin-Emittenten eingeführt: Reservepflichten, Transparenzanforderungen, Ausgabelimits. In den USA arbeitet der Kongress an einem Stablecoin-Gesetz. Regulierung ist für USDC positiv — mehr Legitimität. Für USDT ist es risikoreicher — wegen der historischen Transparenzprobleme.
Im März 2023 kollabierte die Silicon Valley Bank (SVB) — und Circle meldete, dass 3,3 Milliarden Dollar der USDC-Reserven dort lagen. Innerhalb von Stunden fiel USDC von 1,00 Dollar auf 0,87 Dollar. Menschen die USDC verkauften bekamen nur 87 Cent pro USDC. Wer ruhig blieb und wartete: Die US-Regierung rettete alle SVB-Einlagen über Wochenende, USDC erholte sich auf 1,00 Dollar. Die Lektion: Selbst die "sichersten" Stablecoins haben Gegenparteien-Risiken, die materialisieren können.