Beim Goldstandard war jede Geldeinheit durch eine feste Menge Gold gedeckt. Dieses System schränkte die Möglichkeit von Regierungen ein, beliebig viel Geld zu drucken — hatte aber auch schwerwiegende Nachteile.
Beim Goldstandard ist jede Geldeinheit durch eine definierte Menge Gold gedeckt. 1 Dollar entspricht z.B. 1/35 Unze Gold. Jeder Besitzer von Papiergeld kann es theoretisch bei der Zentralbank gegen Gold eintauschen. Das System limitiert die Geldmenge auf den verfügbaren Goldvorrat und verhindert willkürliches Gelddrucken.
Gold hat spezifische Eigenschaften, die es ideal als monetäres Metall machen: Es ist selten (begrenzte Menge), unvergänglich (rostet nicht, verdirbt nicht), teilbar (kann in Münzen geprägt werden), homogen (jede Unze ist gleich) und schwer zu fälschen. Diese Eigenschaften — oft zusammengefasst als "hard money" — machten Gold für Jahrtausende zur bevorzugten Geldform.
Im klassischen Goldstandard (ca. 1870–1914) hielten Zentralbanken Goldreserven und gaben Banknoten in festem Verhältnis dazu aus. Handelsdefizite wurden durch Goldabflüsse ausgeglichen: Ein Land, das mehr importierte als exportierte, verlor Gold, musste die Geldmenge reduzieren, was Preise senkte, Exporte verbilligte und das Defizit automatisch korrigierte.
Der Goldstandard erwies sich als zu starr für Krisenzeiten. Im Ersten Weltkrieg mussten Länder mehr Geld drucken als ihre Goldreserven erlaubten. In der Weltwirtschaftskrise 1929–33 konnten Regierungen die Wirtschaft nicht durch expansive Geldpolitik stimulieren, weil sie an die Goldmenge gebunden waren. Die wirtschaftliche Inflexibilität des Goldstandards wurde zum Problem.
Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf das Bretton-Woods-System (1944) eine Art modifizierten Goldstandard: Nur der Dollar war goldgedeckt (35 $ = 1 Unze), alle anderen Währungen waren an den Dollar gebunden. Als die USA im Vietnam-Krieg und Great Society zu viele Dollar druckten, wurde das Verhältnis unhaltbar. Nixon "schloß das Goldfenster" 1971 — seitdem kein Goldstandard mehr.
Im Ersten Weltkrieg musste Großbritannien massiv mehr Geld drucken, als seine Goldreserven erlaubten, um die Kriegsausgaben zu finanzieren. Das war unter dem Goldstandard technisch illegal — aber die Alternative wäre die Unfähigkeit, den Krieg zu finanzieren. 1914 suspendierten Großbritannien und andere Länder deshalb den Goldstandard. Das zeigte die fundamentale Schwäche: In extremen Krisensituationen opfert die Politik die Regeln des Goldstandards zugunsten kurzfristiger Handlungsfähigkeit.