Zentralbanken sind die "Banken der Banken" — sie kontrollieren die Geldmenge, setzen Leitzinsen und sind letzte Instanz für das Finanzsystem. Die bekanntesten sind die EZB und die US-amerikanische Fed.
Eine Zentralbank ist die übergeordnete Institution eines nationalen Währungssystems. Sie ist weder eine normale Geschäftsbank noch eine Regierungsbehörde — sie hat in den meisten Ländern einen Status mit besonderer Unabhängigkeit. Geschäftsbanken halten ihre Reserven bei der Zentralbank und können sich dort Geld leihen. Die Zentralbank ist "lender of last resort" — letzte Rettungsinstanz im Krisenfall.
Zentralbanken haben drei Hauptaufgaben: 1) Preisstabilität (Inflation niedrig halten, meist 2% Ziel), 2) Finanzstabilität (das Bankensystem vor Kollaps schützen), 3) In manchen Ländern auch Beschäftigungsmaximierung (z.B. die Fed in den USA). Dazu nutzen sie Instrumente wie Leitzinsen, Mindestreserven und Wertpapierkäufe.
Die Europäische Zentralbank (EZB) verwaltet den Euro für 20 Länder und hat ein klares Mandat: Preisstabilität. Die US-amerikanische Federal Reserve (Fed) hat ein "duales Mandat": sowohl Preisstabilität als auch maximale Beschäftigung. Das führt zu unterschiedlichen Reaktionen in Krisen: Die Fed neigt zu schnelleren Zinssenkungen, die EZB ist oft konservativer.
Zentralbanken erschaffen Geld nicht durch Drucken von Scheinen — das ist ein Mythos. Stattdessen kaufen sie Wertpapiere von Geschäftsbanken und schreiben diesen die entsprechenden Beträge auf ihren Reservekonten gut. Dieses Geld ist neu entstanden. Dieser Prozess heißt "Quantitative Easing" (QE), wenn er auf große Skala ausgeweitet wird. Die EZB kaufte nach 2015 Billionen Euro an Staatsanleihen so.
Zentralbanken sind nicht unumstritten. Kritiker von links argumentieren, ihre Politik bevorzuge Vermögensbesitzer und vergrößere Ungleichheit. Kritiker von rechts sagen, sie schaffen zu viel Geld und bereiten Inflation vor. Bitcoin-Befürworter kritisieren grundsätzlich die zentrale Kontrolle über das Geld — und fordern dezentrale, durch Mathematik geregelte Alternativen.
Als die Schweizer Nationalbank (SNB) im Januar 2015 ohne Vorwarnung die Bindung des Franken an den Euro aufhob, kollabierte der Euro/CHF-Kurs innerhalb von Minuten um 15–20%. Devisenhändler weltweit erlitten Milliardenverluste. Eine einzige Entscheidung einer Zentralbank hatte binnen Sekunden globale Auswirkungen. Das zeigt sowohl die Macht als auch die Risiken zentralisierter Geldpolitik.